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Dies ist mit Blick auf das Niveau der wissenschaftlichen Debatte zwar ärgerlich aber nicht dramatisch. Solchermaßen geführte Debatten, die methodisch und begrifflich nicht sauber verfahren, erledigen sich durch das Regulativ der kritischen wissenschaftlichen Öffentlichkeit von selbst.
Brisant wird es aber, wenn mit Meinungen, die sich als Wissen (schaft) ausgeben und solchermaßen interpretiert werden, Politik betrieben wird. Indem einfachste Erklärungen und Reduktionen vorgenommen werden, Moralisierung betrieben und Betroffenheit erzeugt werden soll, wird in Absehung von komplexen sozialen und politischen Ursachenzusammenhängen "eine moralische Selbstentlastung wie politische Erleichterung von Herrschenden betrieben (...), die repressiven administrativen Maßnahmen Vorschub" (Heitmeyer/Hagan, S. 21) leisten. Gerade da solche Erklärungsansätze einfach und eingängig sind, finden sie weite Verbreitung und finden solche politischen Forderungen, die die entsprechend administrativen Maßnahmen fordern, ihre Mehrheit.
Glogauer mobilisiert neben dem
Imitationsargument auch
gesundheitliche Gründe. Er zeichnet
ein Bild von vor dem Bildschirm
verkümmernden Kindern, denen die
Muskeln schrumpfen und das
Augenlicht schwindet.
Diese
dramatische Schilderung erinnert an
die furiose Argumentations- und
Vortragsweise antiker Anwälte, die
zum Zwecke der Beindruckung des
Publikums die blutgetränkten
Kleider ermordeter Opfer dem
Gericht unter die Nase hielten.
Gerard Prentice