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reticon Bildung und Neue Medien
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The usual suspects

reticon-Report von Ralf Kellershohn -- [05.09.2003]

Es ist ein Vorteil in einer demokratischen, pluralistischen Gesellschaft zu leben. Als Nebenwirkung muss man aber auch Dinge hinnehmen, die einem nicht gefallen. Dazu gehört die "Hitparade der Volksmusik" genauso wie "Jackass", "Die Flippers" genauso wie "Slipknot".

Man hat die Freiheit zu wählen, welchen Dingen man sich aussetzen will. Diese Freiheit wird zurecht dort Beschränkungen unterworfen, wo strafrechtlich Relevantes geschieht. Mit diesen Beschränkungen ist aber vorsichtig zu hantieren, da sie die Tendenz haben, sich auf alle Felder auszudehnen und -einmal errichtet- zum unbefragten Status Quo zu werden.
Welche Kommission sollte feststellen, was alles dazugehört. Wer sollte die Kriterien bestimmen? Für Glogauer scheint dies einfach zu sein: er setzt sein persönliches Empfinden als allgemein verbindlichen common sense an und alles, was ihm brutal und abartig erscheint, ist damit ausreichend be- und d.h. in diesem Falle verurteilt.

"Vorschnelle Schlüsse über den Zusammenhang zwischen der Rezeption medialer Gewalt und einem realen Interesse an Gewalt führen nur zu unzulässigen Verallgemeinerungen." (Mikos, 2003, S. 17) Eine isolierte Betrachtung und Analyse von Medieninhalten und Darstellungsformen zur Bestimmung der Auswirkungen verfehlt die Komplexität dessen, was im Medienkonsum bedeutsam ist. Dieser ist immer auch in soziale Zusammenhänge eingebettet, Teil eines symbolisch strukturierten sozialen Feldes. Der Schluss vom Inhalt auf die Wirkung (Killerspiele bringen Killer hervor) ignoriert den Rezipienten als aktiven, auswählenden Konsumenten, der bestimmte Inhalte zu bestimmten Zwecken konsumiert und dabei die dargebotene Symbolwelt in individueller Weise adaptiert, bestimmte Elemente herauslöst, transformiert und zu individuellen Zwecken umdefiniert:

"Wenn in angemessener Weise über Gewalt in der sozialen Realität und mediale Gewalt diskutiert werden soll, dann müssen die genannten Thematisierungsfallen vermieden werden und ein genauer Blick nicht nur auf die Formen und Mittel realer und medialer Gewalt geworfen, sondern auch die Rezeptions- und Aneignungsweisen medialer Gewalt (...) differenziert betrachtet werden. Für die Untersuchungen der Rezeption und Aneignung medialer Gewalt ist es wichtig, die verschiedenen sozialen Prozesse zu berücksichtigen." (Mikos, 2003, S.15)

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St. Lec