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Es ist ein Vorteil in einer demokratischen, pluralistischen Gesellschaft zu leben. Als Nebenwirkung muss man aber auch Dinge hinnehmen, die einem nicht gefallen. Dazu gehört die "Hitparade der Volksmusik" genauso wie "Jackass", "Die Flippers" genauso wie "Slipknot".
Man hat die Freiheit zu wählen,
welchen Dingen man sich aussetzen
will. Diese Freiheit wird zurecht
dort Beschränkungen unterworfen, wo
strafrechtlich Relevantes
geschieht. Mit diesen
Beschränkungen ist aber vorsichtig
zu hantieren, da sie die Tendenz
haben, sich auf alle Felder
auszudehnen und -einmal errichtet-
zum unbefragten Status Quo zu
werden.
Welche Kommission
sollte feststellen, was alles
dazugehört. Wer sollte die
Kriterien bestimmen? Für Glogauer
scheint dies einfach zu sein: er
setzt sein persönliches Empfinden
als allgemein verbindlichen
common sense an und alles,
was ihm brutal und abartig
erscheint, ist damit ausreichend be-
und d.h. in diesem Falle
verurteilt.
"Vorschnelle Schlüsse über den Zusammenhang zwischen der Rezeption medialer Gewalt und einem realen Interesse an Gewalt führen nur zu unzulässigen Verallgemeinerungen." (Mikos, 2003, S. 17) Eine isolierte Betrachtung und Analyse von Medieninhalten und Darstellungsformen zur Bestimmung der Auswirkungen verfehlt die Komplexität dessen, was im Medienkonsum bedeutsam ist. Dieser ist immer auch in soziale Zusammenhänge eingebettet, Teil eines symbolisch strukturierten sozialen Feldes. Der Schluss vom Inhalt auf die Wirkung (Killerspiele bringen Killer hervor) ignoriert den Rezipienten als aktiven, auswählenden Konsumenten, der bestimmte Inhalte zu bestimmten Zwecken konsumiert und dabei die dargebotene Symbolwelt in individueller Weise adaptiert, bestimmte Elemente herauslöst, transformiert und zu individuellen Zwecken umdefiniert:
"Wenn in angemessener Weise über Gewalt in der sozialen Realität und mediale Gewalt diskutiert werden soll, dann müssen die genannten Thematisierungsfallen vermieden werden und ein genauer Blick nicht nur auf die Formen und Mittel realer und medialer Gewalt geworfen, sondern auch die Rezeptions- und Aneignungsweisen medialer Gewalt (...) differenziert betrachtet werden. Für die Untersuchungen der Rezeption und Aneignung medialer Gewalt ist es wichtig, die verschiedenen sozialen Prozesse zu berücksichtigen." (Mikos, 2003, S.15)
St. Lec