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Oh je - Big Brother will politisch werden

reticon-Report von Martin Ragg -- [21.05.2005]

Ein Buch, das mit Gesellschaftskritik, Warnung vor dem Überwachungsstaat mehr Bedeutung hat als Orwells düstere Zukunftsvision 1984 muss man suchen. Vieles davon ist "nebenbei" Realität geworden, Begründungen finden sich immer, ob es jetzt Terrorismusbekämpfung oder die Sicherheit der Fußgängerzone ist. Auf der anderen Seite ist seit Endemols Container- und Dorfkonzept Big Brother auch schlicht mit einem mehr oder weniger spannenden Fernsehereignis verbunden. Der Spagat zwischen dem Hintergrund einer äußerst politischen Vorlage des Titels und der "postmodernen" Umsetzung, dass sich Menschen freiwillig einsperren lassen und dabei auch noch tagein-tagaus von Kameras beobachten lassen - aber was soll's, die Mediengesellschaft will das anscheinend sehen.

Doch nun will Big Brother wohl politisch werden, so suggerieren es zumindest die Trailer. Können Palästinenser und Israelin im Big Brother Dorf gemeinsam leben? Bei näherem Hinsehen wird wohl außer der Ankündigung nichts werden - der Palästinenser entpuppt sich als Kölner Türsteher und Boxer mit nur noch "palästinensischen" Wurzeln, der nach eigenem Bekunden "mehr als 500 Frauen hatte" und anscheinend auf seinem Beutezug die 25-jährige Sharon ins Visier fassen möchte.

Da ist dann wohl doch eher übliches Big Brother Niveau zu erwarten - aber liebe RTL II Presseabteilung: Macht euch nichts draus, die Meldung war nett, wir schalten trotzdem nicht ein.

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