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Book Crossing: Offene Bücherschränke in Bonn

reticon-Report von Martin Ragg -- [02.04.2006]

Seit einigen Jahren gibt es in Bonn "Offene Bücherschränke". Inzwischen sind im Stadtgebiet von Bonn zwei dieser Bücherschränke installiert.
Die Idee dahinter ähnelt dem Konzept des "Book Crossings". Die Offenen Bücherschränke sind frei zugänglich und von jedem nutzbar. Bürger können dort Bücher abstellen und somit dem "Verleih" zugänglich machen. Der Verleih organisiert sich allerdings selbst: Keine Zettel ausfüllen, keine Mitgliedschaft, keine Beiträge.
Betrieben werden die Bücherschränke von der Bürgerstiftung Bonn, einer Initative der Sparkasse.

reticon hat mit Jürgen Reske, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Bonn, über die Offenen Bücherschränke gesprochen.

reticon: Könnten Sie unseren Lesern etwas zur Idee und Geschichte der offenen Bücherschränke sagen?

Die Idee der offenen Bücherschränke geht auf einen Ideenwettbewerb zurück, den die Bürgerstiftung Bonn kurz nach ihrer Gründung im Jahr 2002 durchgeführt hat. Die Bürgerstiftung hatte alle Bonnerinnen und Bonner nach Ideen gefragt, mit denen das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Bonn verbessert werden könnte. Über 130 Ideen hatten die Bürgerstiftung erreicht – unter ihnen auch das Projekt „books outdoor – Bücher im Freien“. Eingereicht hatte die Idee Trixi Roÿeck, die damals Innenarchitektur in Mainz studierte.

reticon: Wie werden Ihrer Erfahrung nach die Bücherschränke angenommen (sowohl von den Lesern wie von der Bevölkerung generell)?

Die Bonnerinnen und Bonner haben unseren ersten Bücherschrank auf der Poppelsdorfer Allee vom ersten Tag an in ihr Herz geschlossen. Ich wage nicht zu schätzen, wie viele tausend Bücher seitdem in den Schrank gestellt und wieder entliehen wurden. Der große Erfolg des Bücherschrankes hat uns dazu bewegt, einen zweiten Schrank auf der anderen Rheinseite aufzustellen. Nun sind die Beuelerinnen und Beueler herzlich zum Lesen und zur Kommunikation mit anderen Bücherfreunden eingeladen.

reticon: Gibt es eine „Kontrolle“ der Bücher, die eingestellt werden, bzw. haben Sie einen Überblick was dort getauscht wird?

Der offene Bücherschrank beruht grundsätzlich auf Vertrauen – und unsere Erfahrungen zeigen, dass dieses Vertrauen gerechtfertigt ist. Dennoch ist es für uns ein gutes Gefühl zu wissen, dass sich auch engagierte Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich um die Bücherschränke kümmern. Unsere „Bücher-schrank-Paten“ schauen regelmäßig nach dem Rechten und sorgen dafür, dass der Schrank nicht für rechtsradikale oder andere verbotene Zwecke missbraucht wird.

reticon: Sind weitere Standorte geplant?

Es gibt tatsächlich schon grobe Pläne für einen weiteren Standort in Bonn. Sicher ist, dass wir noch in diesem Jahr eine „offene Bücherstube“ in Bad Godesberg eröffnen werden. Hierfür stellt uns der Eigentümer des Altstadtcenters einen gläsernen Pavillon zur Verfügung, der gegenüber der Volks-hochschule steht. Dieser Pavillon steht zur Zeit leer und kann von uns kostenlos genutzt werden.

reticon: Vielen Dank für das Gespräch

 

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Bertrand Russel