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(WDR/ja) Fernsehen, Audio-CD und Radio liegen klar vorn, fasst die Leiterin der MDR-Medienforschung die Ergebnisse der aktuellen ARD-ZDF-Studie zusammen: Kinder sehen demnach täglich im Durchschnitt 102 Minuten fern und hören fast ebenso lange CDs. Das "gute alte" Radio, das uns auch zuerst auf die Studie aufmerksam werden ließ, erringt immerhin Bronze. Internet und Computer landen abgeschlagen auf Platz vier, das mag verwundern.
Die MDR-Expertin sieht's positiv: Die aktuelle Kinder-Medien-Studie zielt insbesondere auf "emotionale Bindung" von Kindern an Programm-Angebote, und da kommt KiKa am besten weg. Fernsehen sei in dieser Altersgruppe zu großen Teilen ein "Familienmedium" wie schon in den 80er Jahren zum samstäglichen Wetten-Dass-Abend. Der gemeinsame Medienkonsum passt gut zu den Wunschvorstellungen der Medienwirkungsforscher der letzten 30 Jahre,
entsprechend kritisch wird das Internet abgeurteilt:
Hier geschehe Konsum unkontrolliert, die Gefahren seien noch nicht absehbar. Im Vergleich beurteilt die MDR-Fachfrau Gewalt bei "den Privaten", Zielgruppe insbesondere Jungen, als weniger dramatisch. Auch der - wie wir finden höchst unkritische - Massenkonsum von Liebes-, Gefühls- und Herz-Schmerz-Soap-Sendungen bei den jungen Mädchen sei kein Problem.
Die Resultate sind überraschend "altmodisch", die Schlussfolgerungen leider erst Recht - so empfinden wir die ersten Äußerungen zur aktuellen Medienstudie. Mangels vergleichbarer Bemühungen (üblicher Weise setzt Medienforschung ab 14 Jahren an) stellt die neue Studie einen wichtigen Beitrag dar, aber eine differenziertere Betrachtung der Rolle des Computers insbesondere als Verbundmedium und des Internets als mittlerweile integralem Bestandteil von Office-Nachschlage-Funktionen und als Verlängerung fast jeder "Lern"-CD-Rom steht unserer Meinung nach aus.
Die Studie ist übrigens so neu, dass im Internet-Angebot und bei der WDR-Hotline keine ergänzenden Quellen zu bekommen waren - wir halten Sie ggf. auf dem Laufenden, natürlich über Internet :-)
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(Mediennutzungsdaten)
Wilhelm Busch