Auch an der Universität Münster werden Studienbeiträge eingeführt. Der Senat der Hochschule beschloss am Mittwoch, 14. März 2007, mit der knappen Mehrheit von zwölf gegen elf Stimmen Studienbeiträge in Höhe von 275 Euro ab dem Wintersemester 2007/2008.
Der Senatsentscheidung war ein Demonstrationszug durch die münstersche Innenstadt voraus gegangen, an denen nach Polizeiangaben über 2.000 Personen teilnahmen. Im Gegensatz zu früheren Senatssitzungen in den vergangenen beiden Semestern verzichteten die Demonstranten diesmal auf eine Stürmung und Störung der Sitzung. Nach Bekanntwerden der Abstimmung im Senat gegen 18 Uhr machten sich allerdings einige Hundert Demonstranten mit lautstarken Pfeifkonzerten und Protestrufen Luft und zogen ins Schloss und in den inzwischen leeren Senatssaal.
Nachdem eine vom Senat eingesetzte Beitragskommission im Januar und Februar nicht zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen war, lagen dem Senat, in dem die Professoren mit zwölf von 23 Sitzen eine Mehrheit haben, insgesamt vier Anträge vor. Drei studentische Vertreter hatten einen völligen Verzicht der WWU auf Studienbeiträge gefordert, während das Rektorat an seinem Antrag aus dem vorigen Semester auf Einführung von Studienbeiträgen in Höhe von 300 Euro festhielt. Die Professorengruppe im Senat schlug 275 Euro vor, die wissenschaftlichen Mitarbeiter hielten 200 Euro für ausreichend. Nach rund zweistündiger Diskussion mit 30 Wortbeiträgen erhielt in der Abstimmungsrunde schließlich der Antrag der Professoren eine knappe Mehrheit der abgegebenen 23 Stimmen.
Mit Studienbeiträgen in Höhe von 275 Euro pro Semester liegt Münster deutlich unter der vom Land gesetzlich vorgegebenen Höchstgrenze von 500 Euro, auf die sich fast alle anderen Hochschulen im Land bereits festgelegt haben.
Was mit den eingenommenen Studienbeiträgen ab dem Wintersemester 2007/2007 konkret geschehen soll, wird in Münster eine zur Hälfte mit Studierenden besetzte Prüfungskommission entscheiden. Außerdem ist die Gebührensatzung zunächst auf zwei Jahre bis zum 30. September 2009 befristet.
Die letzten verbliebenen Hochschulen ohne Beschluss in Nordrhein-Westfalen sind die Fernuniversität Hagen, die Fachhochschule Düsseldorf, die Kunstakademie Düsseldorf und die Kunsthochschule für Medien in Köln.
Der Deutschlandfunk bietet auf seinen Internetseiten einen Beitrag zum Gebührenbeschluss zum Nachhören an.
(Quelle: Uni Münster)
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