Die (deutsche) Musikindustrie kämpft seit Jahren mit massiven
Umsatzeinbußen und projeziert diese Verluste in erster Linie in
Richtung der Tauschbörsen. Diese sollen in erster Linie für die
Verluste verantwortlich sein. Die Lösung für die Musikindustrie ist
auch schon klar: Die Tauschbörsen bekämpfen, die
Copyrightrichtlinien möglichst verschärfen und die eigenen Produkte mit
Copyschutztechniken vor dem Kopieren bewahren.
Dass dies ein Trugschluss ist und sich die Musikindustrie durch ihr
"rowdyhaftes" Benehmen auch eine Vielzahl guter Kunden vergrault,
scheint bisher noch nicht bis in die Chefetagen durchgeedrungen zu
sein. Dass man es Kunden schwer macht, indem heute fast keine CD mehr
zu kaufen ist, die sich in allen Geräten im Haus und vor allem im Auto
abspielen lässt, ist vielen Kunden verständlicherweise nicht mehr zu
vermitteln.
Weiterhin hat die Musikindustrie inzwischen auch mit einem
Qualitätsproblem zu kämpfen. Viele der vermarkteten Gruppen können nur
noch kurze Zeit in die Höhen ehemaliger Verkausfzahlen emporsteigen.
Und schließlich und letztlich ist die Musikindustrie auch sicher etwas
weltfremd. So ist allgemein eine Kaufzurückhaltung schon seit Monaten
in vielen Branchen beobachtbar - und es gibt auch deutlich mehr
Konkurrenz. So buhlt eben nicht nur die Musikindustrie mit neuen CDs
umd das Taschengeld der Teenager, sondern Handyhersteller, SMS-Firmen,
jeder zweite Fernsehsendung, bei der man mit SMS-Wahl das Weltgeschehen
beeinflussen kann.
So ist aus unserer Perspektive in erster Linie das schwerfällige
Miss-(management) mit verantwortlich. Der DVD-markt zeigt schon
deutlicher, wie man Produkte aufwerten kann und für den Kunden mit
einem Mehrwert versehen kann.
Aber momentan gerät die Musikindustrie immer mehr ins Hintertreffen -
demnächst müssen die Radiosendungen mit Kopierschutz versehen werden,
die Endkundengeräte müssen mit zusätzlichen Kopierschutzoptionen
versehen werden und man kauft statt einer CD besser die
"Abspielgenehmigung" für 3x und im Anschluss zerstört sich der
Datenträger selbst - warten wir ab, welche Horrorszenarien uns drohen.
Aber vielleicht ist die Perspektive ja auch schön - wenn wir uns in
absehbarer Zeit alle keine CDs mehr kaufen, sondern man sich wieder zu
handgemachter Musik in der lokalen Szene trifft.
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