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Tauschbörsenbenutzer werden verklagt

30.03.2004, ()

Die (deutsche) Musikindustrie kämpft seit Jahren mit massiven Umsatzeinbußen und projeziert diese Verluste in erster Linie in Richtung der Tauschbörsen. Diese sollen in erster Linie für die Verluste verantwortlich sein. Die Lösung für die Musikindustrie ist auch  schon klar: Die Tauschbörsen bekämpfen, die Copyrightrichtlinien möglichst verschärfen und die eigenen Produkte mit Copyschutztechniken vor dem Kopieren bewahren.
Dass dies ein Trugschluss ist und sich die Musikindustrie durch ihr "rowdyhaftes" Benehmen auch eine Vielzahl guter Kunden vergrault, scheint bisher noch nicht bis in die Chefetagen durchgeedrungen zu sein. Dass man es Kunden schwer macht, indem heute fast keine CD mehr zu kaufen ist, die sich in allen Geräten im Haus und vor allem im Auto abspielen lässt, ist vielen Kunden verständlicherweise nicht mehr zu vermitteln.
Weiterhin hat die Musikindustrie inzwischen auch mit einem Qualitätsproblem zu kämpfen. Viele der vermarkteten Gruppen können nur noch kurze Zeit in die Höhen ehemaliger Verkausfzahlen emporsteigen.
Und schließlich und letztlich ist die Musikindustrie auch sicher etwas weltfremd. So ist allgemein eine Kaufzurückhaltung schon seit Monaten in vielen Branchen beobachtbar - und es gibt auch deutlich mehr Konkurrenz. So buhlt eben nicht nur die Musikindustrie mit neuen CDs umd das Taschengeld der Teenager, sondern Handyhersteller, SMS-Firmen, jeder zweite Fernsehsendung, bei der man mit SMS-Wahl das Weltgeschehen beeinflussen kann.

So ist aus unserer Perspektive in erster Linie das schwerfällige Miss-(management) mit verantwortlich. Der DVD-markt zeigt schon deutlicher, wie man Produkte aufwerten kann und für den Kunden mit einem Mehrwert versehen kann.
Aber momentan gerät die Musikindustrie immer mehr ins Hintertreffen - demnächst müssen die Radiosendungen mit Kopierschutz versehen werden, die Endkundengeräte müssen mit zusätzlichen Kopierschutzoptionen versehen werden und man kauft statt einer CD besser die "Abspielgenehmigung" für 3x und im Anschluss zerstört sich der Datenträger selbst - warten wir ab, welche Horrorszenarien uns drohen.

Aber vielleicht ist die Perspektive ja auch schön - wenn wir uns in absehbarer Zeit alle keine CDs mehr kaufen, sondern man sich wieder zu handgemachter Musik in der lokalen Szene trifft.

 

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