Ein schönes Beispiel wie (hoffentlich nur manchmal) Journalismus funktioniert. Es geht um eine Exklusivberichterstattung zur "Scheinhochzeit" von Roberto Blanco - also mitten im Boulevardjournalismus. Erschreckend, was da alles arrangiert, bezahlt und inszeniert wird.
Der ganze Sachverhalt ist in einem Artikel von Ekkehard Müller-Jentsch in der Süddeutschen Zeitung aufgearbeitet, er berichtet über den aktuellen Prozess, den Blanco gegen die Bunte und Bild am Sonntag führt.
Schnallen Sie sich vor dem Lesen bitte an, vergessen Sie alle Definitionen, die Sie jemals zu "Journalismus" gelesen haben.
Ich weiß gar nicht ob man sich darüber noch aufregen soll - der SZ-Artikel kommt auch ohne viel Emotionen daher und berichtet sehr sachlich. Da wird arrangiert und bezahlt. Da sind Firmen beteiligt, die (positive) Erwähnung erwarten, gruselig.
Eigentlich würde ich eine Art Aufschrei in den Medien erwarten, zumindest die Beteuerungen, dass das ein bedauerlicher Einzelfall ist.
Wie tief dann wohl Journalismus gesunken ist bzw. wie realistisch die Lage eingeschätzt wird sieht man an dem Vergleichsvorschlag des Richters: Ein wenig freundliche Berichterstattung über Roberto Blanco. Zu dem Ergebnis ist es wohl nicht gekommen, aber interessant, dass man Medien vorschlägt, wie sie berichten sollten.
Informationen zum Artikel