Nachfolgend die Presseinformation von 3sat zu diesem Dokumentarfilm:
Dokumentarfilm von Ólafur Sveinsson, Deutschland 2004
Länge: 90 Minuten Erstausstrahlung
Ost-Berlin, Anfang der 80er Jahre: Eine Gruppe junger Leute, die den
Glauben an den "real existierenden Sozialismus" verloren hat, lehnt
sich gegen die Unzulänglichkeiten des DDR-Systems auf. Einer von ihnen,
der 1963 in Güstrow geborene und in Ost-Berlin aufgewachsene Jan,
opponiert als Punk in der berüchtigten Band "Der demokratische Konsum".
In dieser Zeit gerät er ins Blickfeld der Stasi. Ein wildes Leben
beginnt. Er und seine Freunde leben, als wäre jeder Tag der letzte, und
es gelingt ihnen, sich Freiräume zu schaffen, die man im Alltag der
Deutschen Demokratischen Republik nicht für möglich gehalten hätte.
Dennoch ist allen bald klar, dass sie diese Republik verlassen müssen.
Um der DDR zu entfliehen, heiratet Jan 1987 eine Isländerin. Im Westen
angekommen, ändert er sein Leben radikal und setzt nun alles daran, den
Gesetzen des Kapitalismus zu folgen. Dabei zeigt sich, dass er einen
ausgeprägten Geschäftssinn und ein besonderes Gespür für die Gunst der
Stunde hat. Der Fall der Mauer versetzt ihn in Euphorie. Er kauft
Häuser im Osten, eröffnet einen Mini-Supermarkt und macht Geschäfte mit
russischen Soldaten. Plötzlich hat er alles, was er sich gewünscht hat:
viel Geld und eine Familie. "Ich stand da", sagt Jan, "mit all diesen
widersprüchlichen Gedanken und Gefühlen, die im Kopf herumschwirrten,
und der Kopf wurde immer größer und größer, und ich dachte, gleich
explodiert er, aber dann fing ich an zu zittern." 1991 wird Jan die
Diagnose "manisch-depressiv" gestellt und er verbringt zwei Jahre in
der geschlossenen Psychiatrie. Vor drei Jahren hat er ein kleines
Schiff gekauft, auf dem er die Sommer auf den Gewässern von Berlin
verbringt, als eine Art Selbsttherapie. Im Mittelpunkt des
Dokumentarfilms "Schräge Zeit" steht eine außergewöhnliche
deutsch-deutsche Biografie, die eng verbunden ist mit der turbulenten
Geschichte Berlins der letzten 20 Jahre. Anhand von Interviews, Fotos
und Archivmaterial erzählt der isländische Autor Ólafur Sveinsson, der
seit vielen Jahren in Berlin lebt und arbeitet, Jans packende
Lebensgeschichte, außerdem von zahlreichen lustigen, absurden,
tragischen und gefährlichen Momenten der Wendezeit. Ólafur Sveinsson
schloss 1999 sein Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie
Berlin mit dem Dokumentarfilm "Non-Stop" ab. Dem folgte 2002
"Endstation" ("Last Exit Hlemmur"), ein Film über die dunkle Seite der
isländischen Wohlstandsgesellschaft. Beide Dokumentarfilme sind als
ZDF/3sat-Produktionen entstanden. 3sat zeigt "Non-Stop" am 29. November
um 3.20 Uhr und in Anschluss "Endstation" um 4.40 Uhr
Quelle: 3sat
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