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Respekt Spiegel-Online

Respekt Spiegel-Online

28.05.2008, (MR)

Bei Spiegel-Online gibt es eine neue Form der Offenheit - die Online-Redaktion ist dazu übergegangen Fehler schlicht einzugestehen und Änderungen, die nachträglich an einem Artikel vorgenommen werden, transparent zu machen.

Nachdem wir zuletzt immer mehr den Eindruck hatten, dass Spiegel-Online sich mehr und mehr dem Boulevard-Journalismus annähert, verblüfft diese Transparenz dann doch. Während sich die Konkurrenz meist ziert bzw. über keine Workflows verfügt, die bei offensichtlichen Fehlern zu einer Änderung des Originals führen - haben viele Änderungen einfach zur Laufzeit durchgeführt und nicht kenntlich gemacht.

Im heutigen Fall haben sich viele Redaktionen bei der Wahl des sächsischen Ministerpräsidenten schlicht verzählt bzw. nicht zu Ende gedacht. So meldeten viele, dass der NPD-Kandidat Stimmen aus anderen Parteien bekommen hätte - übersahen dabei aber schlicht, dass im sächsischen Landtag vier (ehemalige) NPD-Abgeordnete sitzen, die inzwischen parteilos sind und die wohl die Zusatzstimmen gut erklären könnten
Spiegel-Online hatte zuerst wie viele andere auch "unsauber" berichtet, den Artikel dann aber später korrigiert, den Fehler in einer Anmerkung eingestanden und eine Entschuldigung hinzugefügt - dem kann man nur Respekt zollen.

Die neue Transparenz bei Spiegel-Online ist dabei wirklich nicht "peinlich" sondern kommt offen und ehrlich daher - aus meiner Sicht gewinnt Spiegel-Online damit nur. Wenn man jetzt noch die Angst vor Links verliert, rutscht Spiegel-Online in meinen Bookmarks vielleicht wieder weiter nach oben.

Die Beispiele, die uns zuletzt aufgefallen sind (aufmerksam geworden via bildblog.de und niggemeier.de) - beachten Sie bitte bei den verlinkten Spiegel-Beiträgen die "Anmerkungen der Redaktion" am Ende der Artikel.

 

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