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Politischer Wunschzettel für 2012

Politischer Wunschzettel für 2012

21.12.2011, (DR)

Es gab Zeiten, in denen Politiker gestandene,
meinungsstarke Persönlichkeiten waren. 
Doch lang, lang ist's her, mag so mancher
seufzen. Deshalb erlaube ich mir noch 2011 einen Wunschzettel zu formulieren. Das Christkind wird zwar das, was momentan fehlt, nicht bringen können, aber träumen ist ja erlaubt.

Wie schön wäre es zunächst, wenn Politiker bevor sie in die Politik gingen, Erfahrungen im wahren Leben sammeln würden? Wer möchte denn wirklich Politiker, die zwar studiert und einige Jahre etwa als Juristen oder Lehrer gearbeitet haben – dann aber möglichst schnell noch vor dem 30. Lebensjahr Berufspolitiker werden? Lebenserfahrung erhält niemand durch die Parteimitgliedschaft, sie muss erworben werden. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen, aber die Zeit der Milchbuben-Minister möge 2012 langsam ihrem Ende entgegen gehen.

Wer einmal ältere Aufnahmen von Bundestagsdebatten anschaut, mag stutzen: da wird um Inhalte gerungen und tatsächlich debattiert. Heutzutage stellt sich doch meist der Eindruck ein, dass die nächste Wahl die Richtschnur vorgibt. Meinungen, Inhalte sind entweder gar nicht vorhanden und falls doch, sind sie im Bedarfsfall korrigier- und dehnbar bis zur totalen Umkehr. Man denke nur an die Atompolitik und den Ausstieg, vom Ausstieg, des Ausstiegs... Für 2012 wünsche ich mir Inhalte, die für sich sprechen und klar erkennbare Meinungen, die ernsthaft vertreten werden.

Wie kann es außerdem angehen, dass sich Politiker nach dem Bekanntwerden von Fehltritten auf merkwürdige Art und Weise herausreden? Wenn es gar nicht mehr anders geht, wird der Posten geräumt und das meist ohne erkennbares Eingestehen der Fehler geschweige denn einer Entschuldigung. So geschehen etwa im Fall Guttenberg und in ähnlicher Weise aktuell im Fall Wulff. Was sind das für Vorbilder? Gerade ein Bundespräsident, der kaum politische Macht hat, sollte sich durch seine Worte auszeichnen – denn die richtige Rede zum passenden Zeitpunkt gehalten, kann tatsächlich Veränderungen bewirken. Immer nur das zugeben, was ohnehin schon bekannt ist, schadet dem Amt und damit auch Deutschland. Schön wäre ein Bundespräsident, der wirklich etwas zu sagen hat und nicht damit beschäftigt ist, die eigene Haut zu retten.

 

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