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PISA 2003: Ergebnisse Ländervergleich

PISA 2003: Ergebnisse Ländervergleich

03.11.2005, (MR)

(Artikel-Update am 03.11., 18:00 Uhr)
Heute hat die Kultusministerkonferenz in Bonn die Ergebnisse des zweiten Ländervergleichs von PISA vorgestellt. Nachdem sich die Medien seit Montag in froher Vorbereitung überschlugen, gibt es jetzt auch eine ausführlichere Zusammenfassung des PISA-Konsortiums Deutschland.

Kurz zum Hintergrund der jetzt vorgestellten Daten:
Die grundsätzlichen Daten sind alle seit Juli bekannt. Also generell erst einmal nichts grundlegend neues. Die jetzigen Zahlen enthalten aber einige weitere Hintergrundinformationen, wie z.B. Angaben, zur sozialen Herkunft, zur Nutzung des Computers in der Schule, zu wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebensverhältnissen sowie regionalen Unterschieden.
Die jetzt vorgestellten Zahlen lassen auch einen bedingten Vergleich von Schulform und ein "Ranking" der Bundesländer gegeneinander zu.
Die KMK vermerkt als positive Veränderung im Vergleich zur vorigen PISA-Erhebung:
"Viele Länder erzielen im Vergleich zum OECD-Durchschnitt bei PISA 2003 bessere Ergebnisse als bei PISA 2000, darunter auch die Länder, die beim ersten Ländervergleich relativ schlecht abgeschnitten hatten." (Quelle: KMK)
Neben den positiven Aspekten gibt es aber auch weiter eine Reihe von negativen Rückschlüssen, die PISA auf unser Bildungssystem zulässt. Jugendliche mit Migrationshintergrund und Jugendliche aus sozial schwachen Familien haben deutlich zu geringe Chancen im bisherigen Bildungssystem.

So sieht die KMK auch mehrere Handlungsbereiche:
"Die frühzeitige gezielte Förderung von Kindern und Jugendlichen, die aus sozial schwierigem Umfeld stammen oder einen Migrationshintergrund haben, und gezielte Ausgleichsmaßnahmen bei ungünstigen Entwicklungen in der Bildungsbiographie" (Quelle: KMK).

Interessant ist dann vor allem die Zusammenfassung der PISA-Ergebnisse auf 42 Seiten durch das "PISA-Konsortium". Hier werden recht detailliert die weiteren Auswertungsmerkmale beleuchtet und auch ein eigenes Fazit gezogen, das teilweise aus einer anderen Perspektive erfolgt, als das Fazit der KMK, die ja eher aus der reinen bildungspolitischen Sicht argumentiert.
An dieser Stelle möchten wir nur einige Statements vorstellen, wer sich eingehender mit den Daten beschäftigen möchte - wir verlinken am Schluss der News auf alle Quellen.

Neben der allgemeinen Feststellung, dass sich eigentlich alle Bundesländer im Vergleich zur letzten Erhebung verbessert haben und dass große Verbesserungen auch für vormals schon gut positionierte Länder möglich sind, gibt es einen "Sieger". Bayern bekommt den Anschluss an die internationale Spitze bescheinigt.
Gleichzeitig gibt es einen Zusammenhang, zwischen gut abschneidenden Ländern und der Sparte "gering qualifizierte Jugendliche":
"Die Befunde des Ländervergleichs und des internationalen Vergleichs weisen übereinstimmend darauf hin, dass sehr gut abschneidende Länder relativ kleine Anteile von Jugendlichen auf beziehungsweise unter der ersten Kompetenzstufe aufweisen. [...] Hervorzuheben ist weiterhin, dass die Kopplung
der Kompetenz mit Merkmalen der sozialen Herkunft in jenen Ländern geringer ist, die ein hohes Kompetenzniveau erzielen." (Quelle: Zusammenfassung PISA)
Auch diese PISA-Erhebung zeigt wieder den Zusammenhang zwischen Elternhaus und Bildungsniveau auf - besonders im Bereich Migration:
"Die Analysen zu Merkmalen der sozialen Herkunft und Migration zeigen auch 2003 straffe Zusammenhänge mit dem Kompetenzniveau. Die Befunde lassen erkennen, dass die materiellen und kulturellen Ressourcen der Elternhäuser eine bedeutsame Rolle bei der Kompetenzentwicklung spielen. Dies bedeutet auch, dass Potentiale und Talente übersehen werden oder nicht ausreichend gefördert werden." (Quelle: Zusammenfassung PISA)

Insgesamt zeigt sich, dass der Aufschrei nach der ersten PISA-Studie nicht folgenlos geblieben ist. In allen Bundesländern sind Anstrengungen unternommen worden und Reformen im Bildungssystem eingeleitet worden. Positiv ist, dass die Bemühungen erste Auswirkungen zeigen - man aber nicht übersehen darf, dass es Bereiche gerade in den unteren Kompetenzstufen gibt, die von den Reformen bisher nicht erreicht werden.
Es darf auch nicht vergessen werden, dass die jetzigen Daten den Stand des Bildungssystems 2003 spiegeln.
Jetzt bleibt abzuwarten, ob die Reformen konsequent weiter vorangetrieben werden und ob sowohl mancher in der Bildungswelt - aber vor allem auch die Medienwelt sich allmählich wieder davon verabschieden können Bildung als ein "Ranking" zu sehen, ohne gleichzeitig das gute Mittel Studien, Qualität und Vergleich damit über Bord werfen zu wollen.

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