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Man wird alt oder einfach mal einen Trend auslassen

Man wird alt oder einfach mal einen Trend auslassen

28.03.2008, (MR)

Zugegeben, ich bin seit einiger Zeit nur noch am Rande im "E-Learning-Geschäft" und setze mich im Job mit anderen IT-Problemen auseinander. Trotzdem bin ich von Herzen Pädagoge und nicht zuletzt reticon lässt mich einigermaßen auf Trab im Bildungsbereich bleiben, doch inzwischen erreiche ich wohl das Alter, wo man ab und an mal einen Trend auslässt.

"Früher" - noch vor einigen Jahren, sind wir so ziemlich jedem Trend gefolgt und haben alles begeistert mit ausprobiert, was sich gerade im E-Learning-Sektor so alles an neuen Ideen aufmacht. In unterschiedlichen E-Learning Anwendungen haben wir früh mit dem experimentiert, was zuletzt als "Web 2.0" gehyped wurde - doch mit dem Alter wird man weiser (?) - nun ja, zumindest wohl langsamer, was die Trends angeht.

Wenn ich heute lese, dass für E-Learning-Seminare auf "Social-Networks" und "Twitter" gesetzt wird, da die klassischen Tools nicht mehr ausreichen, wenn ich bei Webakademie.info lese, dass Online-Seminare "günstige und schnelle Schulungen" bieten - dann merke ich, dass Anfang 30 heute doch schon alt ist.

Bei StudiVZ und den anderen sozialen Netzen erschließt sich mir der Sinn (fast) nicht, geschweige denn, dass ich für mich E-Learning damit betreiben wollte. Gleichzeitig sehe ich, dass StudiVZ (erschreckenderweise) zum Standard "unserer" Studierenden ist. Twitter habe ich mir angeschaut und kann mir das im E-Learning nur schwer vorstellen und dass mit "Ning" jeder sein soziales Netz bauen kann - naja - schön .. und nun?

So habe ich beschlossen die aktuellen Trends erstmal auszulassen und am Bahnhof E-Learning den übernächsten Zug zu nehmen, bis dahin erreicht vielleicht auch die Webakademie.info die schon recht alte Erkenntnis, dass das teuerste immer noch die Aufbereitung der Inhalte ist (und meist weniger der Transportweg) - gutes E-Learning ist meist kaum billiger als gute Präsenz. Und als letzte Nebenbemerkung sei gestattet, dass ich auf die Studie warte, die endlich den Mehrwert von Kaffeepausen bei Präsenzveranstaltungen auslotet. Vergleiche ich das bei mir - habe ich durch Kontakte "nebenher" auf Präsenzveranstaltungen deutlich mehr gewonnen als mir Xing und Co bisher geboten haben.

Trotz alledem soll man sich ja nicht abkoppeln lassen, aber Trends zu hinterfragen ist sicher nicht verkehrt und vielleicht erklärt uns ja jemand in den Comments, dass wir das alles falsch verstanden haben (und ja - ich habe einen Twitter-Account und auch Youtube und Flickr & Co ;-)

 

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