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JIM-Studie 2008: Jugendliche geben viel Informationen von sich im Internet preis

29.11.2008, (RK)

Immer mehr Jugendliche nutzen immer häufiger und intensiver Social Community Portale wie schülerVZ - und geben dort recht unbedarft einiges an persönlichen Informationen wie Bildmaterial, das sie, Verwandte oder Freunde zeigt oder die eigene E-Mail Adresse preis. Dies ist eines der Ergebnisse der aktuellen JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest.

Von den befragten Jugendlichen gab fast die Hälfte an, ihre Nutzungszeit im Internet mit „Kommunikation" zu verbringen. Der Rest verteilt sich fast gleichmäßig auf die Bereiche „Information", „Spiele" oder auf „Unterhaltungsangebote" wie Musik, Videos oder Filme. Besonders intensiv werden Online-Communities wie „schülerVZ" genutzt:  Fast drei Viertel der befragten 12- bis 19-Jährigen haben inzwischen Erfahrungen mit Online-Communities gemacht. 41% besuchen diese Plattformen täglich, weitere 16% mehrmals pro Woche. Von den täglichen Nutzern schaut sich die Hälfte sogar mehrmals am Tag in der Community um. 45 Prozent der Jugendlichen waren schon einmal bei „schülerVZ", mit Abstand folgen Angebote wie „studiVZ" (12 %), „MySpace" (10 %) oder „ICQ" (7 %).

In großem Umfang persönliche Spuren im Netz

Ob auf Plattformen wie „schülerVZ" oder auf der eigenen Homepage - Jugendliche gehen recht unbedarft mit persönlichen Angaben im Internet um. Drei Viertel der Internetnutzer haben Informationen zu ihren Vorlieben oder Hobbies online gestellt. Weit verbreitet ist auch Bild- oder Fotomaterial, auf dem die Befragten selbst zu sehen sind (60 %) oder Freunde bzw. Familienmitglieder (46 %). Auch die eigene E-Mail-Adresse ist bei mehr als 40 Prozent im Internet einsehbar, knapp ein Drittel hat die Nummer ihres Instant Messengers eingestellt. Mehr Zurückhaltung gibt es bei Handy- oder Festnetznummern, die nur sieben Prozent im Internet angegeben haben. Mädchen präsentieren häufiger als Jungen Bilder von sich und Dritten im Netz, Jungen geben zu einem größeren Anteil die E-Mail-Adresse oder die Nummer für Instant Messaging preis.

Vollversorgung bei Mobiltelefonen, Computern bzw. Laptops und Fernsehgeräten

Bemerkenswert auch die infrastrukturelle Sättigung: Laut der JIM Studie, besteht "Vollversorgung" bei Mobiltelefonen, Computern bzw. Laptops und Fernsehgeräten. 96 Prozent aller Haushalte haben einen Internetzugang. Ähnlich hoch ist die Ausstattungsrate bei CD- und MP3-Playern sowie Digitalkameras (92 %). Auch Spielkonsolen finden zunehmend mehr Verbreitung und sind in etwa zwei Drittel der Haushalte zu finden. In vielen Haushalten sind Geräte gleich mehrfach vorhanden. Im Durchschnitt besitzt ein
Haushalt mit Jugendlichen 3,8 Mobiltelefone, 2,5 Fernseher, 2,3 Computer, 2,1 MP3-Player, jeweils 1,6 Digitalkameras und Internetanschlüsse sowie 1,1 Spielkonsolen. Und die mediale Mobilmachung schreitet rasant fort: In 41% der erfassten Haushalte gibt es Flachbildschirme - ein Zuwachs von 10% seit dem letzten Jahr.

Computer hat das Fernsehen abgelöst

Erstmals in ihrer zehnjährigen Geschichte dokumentiert die JIM-Studie dass mit 71 Prozent mehr Jugendliche einen Computer als ein Fernsehgerät (61 %) im eigenen Zimmer haben. Jeder zweite Jugendliche hat einen eigenen Internetzugang in seinem Zimmer. Auch haben die Jugendlichen die digitale Fotografie für sich entdeckt: 44 Prozent haben eine eigene Digitalkamera, was die Schwelle für das Erstellen und Verfügbarmachen von Fotos von sich und Anderen besonders niedrig anlegt.

Geschlechts- und Bildungsunterschiede beim Mediennutzungsverhalten

Die Studie bestätigt einmal mehr Geschlechts- und Bildungsunterschiede beim Mediennutzungsverhalten: Während Mädchen eher den spielerisch- darstellerischen Medien und Konsumformen zuneigen (und mehrheitlich MP3-Player, Radio, CD-Player, Kassettenrekorder und Walkman nutzen), liegt der Schwerpunkt bei Jungs auf dem unterhaltungskonsumptiven Aspekt. Sie besitzen hauptsächlich Computer, Spielkonsolen oder Fernseher.

Unterschiede bei der Geräteausstattung machen die Forscher entlang des Bildungshintergrunds aus:  "Während bei Computer und Internet, Digitalkamera sowie bei analogen Musikabspielgeräten die Ausstattung mit höherem Bildungsgrad deutlich ansteigt, ist dies bei Fernsehgeräten und Spielkonsolen gerade umgekehrt. So haben über zwei Drittel der Haupt- und Realschüler einen eigenen Fernseher im Zimmer, bei den Gymnasiasten sind es nur 54 Prozent. Haupt- und Realschüler sind auch wesentlich besser mit tragbaren und festen Spielkonsolen ausgestattet. Kaum Unterschiede zeigen sich beim Besitz von Handy und MP3-Player."

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) wird vom Medienpädagogischen
Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich durchführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der 12- bis 19- Jährigen in Deutschland ab. Hierzu werden pro Jahr gut 1.200 Jugendliche befragt.

Die Studie als PDF

(Quelle:PM)

http://www.mpfs.de/index.php?id=117

 

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