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Palm Treo

Alles neu macht der März: Neuigkeiten für Online-Kommunizierer

07.03.2010, (JS)

Die letzten Wochen hielten für uns daueronlinekommunizierende Verbraucher gleich zwei wichtige Neuerungen bereit: Zum einen das Ende der Vorratsdatenspeicherung in ihrer jetzigen Form und zum anderen eine Beschränkung der Roaming-Kosten für Nutzer mobiler Datenübertragung im Ausland.

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts hat bei Datenschützern und Telekommunikationsanbietern gleichermaßen für Erleichterung gesorgt - allerdings wohl aus unterschiedlichen Gründen. Während erstere die Entscheidung als Etappensieg der informationellen Selbstbestimmung begrüßten, sind letztere jetzt - zumindest bis zu einer möglichen gesetzlichen Neuregelung der Vorratsdatenspeicherung - von einer erheblichen administrativen Last befreit.  Allein die Deutsche Telekom soll gegenwärtig mit der Löschung eines Datenbergs von 19 Terabyte beschäftigt sein. Unter dieser Zahl kann sich Ottonormalkommunizierer eher wenig vorstellen. Eine schöne Veranschaulichung liefert der News-Ticker der Internetseite DSLTarife.com (www.dsltarife.com): 19 Terabyte entsprechen demnach - grob überschlagen - 51.300.000 bedruckten Papierseiten oder einem Papierstapel von über fünf Kilometern Höhe. Heiligsblechle. Und dabei ist die Deutsche Telekom nur ein Anbieter von mehreren. Kaum vorzustellen, welche Gesamtmenge an Daten gegenwärtig bundesweit eingestampft wird.

Allerdings bleibt wohl auch nach dem Urteil Skepsis - wiederum sowohl bei Datenschützern, wie auch bei den Anbietern, und wiederum aus unterschiedlichen Gründen. Nicht die Vorratsdatenspeicherung als solche verstößt gegen das Grundgesetz, sondern lediglich ihre bisherige Umsetzung. Daher ist fraglich, inwiefern eine Kernforderung der Datenschützer - die gänzliche Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung - durch die Politik erfüllt werden wird. Die Telekommunikationsanbieter Ihrerseits rechnen nach einer gesetzlichen Neuregelung jedenfalls mit dramatisch steigenden Kosten für die Datensicherung. Schließlich haben die Verfassungshüter gerade erst deutlich strengere Kriterien für den Schutz der Daten formuliert. Und ein Mehr an Datensicherheit wird nicht zum Nulltarif zu haben sein.

Die zweite Nachricht dürften viele Verbraucher uneingeschränkt begrüßen. Jeder, der sein Mobiltelefon oder seinen Surfstick schon einmal im Ausland für Datendienste eingesetzt hat, weiß: Das wird in der Regel teuer. Und jeder, der im Ausland schon einmal größere Datenmengen heruntergeladen hat, weiß: Das wird in der Regel richtig teuer. Schnell sind durch das sogenannte Datenroaming Rechnungsbeträge von mehreren tausend Euro aufgelaufen, die einem die Erinnerung an den Auslandsaufenthalt nachträglich erheblich verderben dürften.

Damit soll jetzt Schluss sein. Zukünftig sind Mobilfunkbetreiber EU-weit verpflichtet, die mobile Datenverbindung automatisch zu trennen, sobald ein bestimmter Kostenhöchstbetrag erreicht wird. Dieser soll standardmäßig auf 50 Euro festgelegt werden, auf Wunsch der Kunden sind auch höhere Beträge möglich. Gleichzeitig erhält der Kunde eine Warnung durch den ausländischen Mobilfunkbetreiber, sobald 80% seines Kostenlimits erreicht werden.

Mit dieser Neuregelung  bleibt die Nutzung mobiler Datendienste im EU-Ausland zwar nach wie vor ein teures Vergnügen. Allerdings dürften in Zukunft deutlich weniger Menschen unbeabsichtigt in eine Kostenfalle tappen.

 

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