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"Jeden Sonntag lädt ARTE zum Philosophieren ein. Der Philosoph und Moderator Raphaël Enthoven zieht eine Linie von der Vergangenheit zur Gegenwart und verbindet die vermeintlich trockene Literatur der großen Philosophen mit aktuellem Zeitgeschehen. Jede Woche zu einem neuen Thema. Heute: das Böse Mit dem französischen Philosophen Paul Clavier, dem Verfasser des Buches Das Rätsel des Bösen, diskutiert Raphaël Enthoven heute über das Schlechte in der Welt. Paul Clavier schreibt: Früher galten Katastrophen als Ausdruck des Zorns der Götter ... Neptun ließ die Erde erzittern, Mars entfachte Kriege, Jupiter schickte Blitz und Donner. Der zürnende ewige Gott strafte mit Sintflut, Heuschreckenschwärmen, Blutregen und dem Tod der Neugeborenen. Mit der Zeit scheint Gott diese grausamen Behandlungen aufgegeben zu haben. Er wurde zum gütigen Gott. Und auf einmal weiß man nicht mehr, wie man diese Dramen deuten soll: Erdbeben, Überschwemmungen, Massaker, Genozide. Die drängendste Frage, die sich einem dabei wohl stellt, ist die nach dem Ursprung des Bösen und danach, wie man im Alltag, mit den großen und kleinen Übeln, den kleinen Missgeschicken und den schrecklichen Katastrophen umgehen soll. Und wie verhält sich Gott dazu? Wenn er allmächtig ist und das Gute will, warum kann oder will er nicht gegen das Böse angehen? Paul Clavier selbst geht davon aus, dass die Existenz des Bösen eher die Nichtexistenz Gottes beweist, als die Existenz eines machtlosen Gottes. Gottfried Leibniz sieht das in seiner Theodizee anders: Er geht von der Gerechtigkeit Gottes aus und davon, dass alle Übel auf der Welt hinnehmbar seien. Der Mensch hielte sich nur aus Kurzsichtigkeit zu lange mit diesen notwendigen Übeln auf. Ausgehend von diesen beiden unterschiedlichen Standpunkten versuchen Raphaël Enthoven und sein heutiger Gast, das Mysterium des Bösen zu ergründen. " (Quelle: Arte)
Länge: 26 Minuten
Kategorie: Gesellschaft
Platon